Kriegskinder: Förderkreis und Lions hoffen auf Spital
- lutzrvg
- vor 2 Tagen
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Seit der Insolvenz des Emmericher Krankenhauses konnten nur noch wenige Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten operiert werden.
Quelle: RP vom 21.1.2026

Lionspräsident Lutz Reinhart-van Gülpen besuchte jetzt zusammen mit den Lionsmitgliedern Stefan Dahms und Klaus Hegel den Förderkreis Kriegskinder in der Societät in Emmerich, um sich über die Arbeit und die augenblickliche Situation des ehrenamtlichen Vereins zu informieren. Mitgebracht hatte der Lionspräsident einen Scheck in Höhe von 19.200 Euro, der symbolisch an den ersten Vorsitzenden des Förderkreises, Dr. Heinz Grunwald, übergeben wurde.
Schon seit Jahren unterstützen die Lions, unter anderen aus den Einnahmen des Adventskalenders, den Förderkreis Kriegskinder. Bis zur Insolvenz des Emmericher Krankenhauses wurden jährlich 15 bis 20 Kinder aus allen Krisenregionen der Welt in der Emmericher Handchirurgie von Dr. Grunwald und seinem Team operiert. Dabei wurden vor allem schwere Brandverletzungen und Fehlbildungen behandelt, die in den Heimatländern der Kinder nicht operiert werden können.
Beindruckend sei, wie viel Lebensfreudediese Kinder mitbrächten. „Dieses Lachen der Kinder fehlt leider seit der Insolvenz des Emmericher Krankenhauses, da seitdem so gut wie keine Operationen mehr möglich waren“, wusste Stefan Hoymann vom Betreuerteam des Förderkreises zu berichten. „Gerade drei Kinder konnten in dieser Zeit behandelt werden.“, informierte Dr. Grunwald.
Sowohl der Förderkreis als auch der Lionsclub hegen allerdings die Hoffnung, dass bald die Behandlung von Kriegskindern wieder möglich sein wird. Gespräche mit der Geschäftsführung des Krankenhauses wurden bereits geführt. Es bleibt abzuwarten, ob die Verantwortlichen im Spital davon zu überzeugen sind, dass mit der Behandlung der Kriegskinder nicht nur Gutes getan wird, sondern dies wie in den vergangenen Jahren auch ein positives Aushängeschild für das Krankenhaus ist.
Die Kinder werden zur Behandlung aus ihren Heimatländern nach Deutschland geflogen. Sowohl während der Vorbereitung als auch während der Nachbereitung der Operationen, sind die Kinder im Friedensdorf Oberhausen untergebracht. Dort wurde inzwischen mit Hilfe des Förderkreises ein Behandlungszentrum mit operativem Eingriffsraum errichtet, welches die medizinische Behandlung auf höchstem Niveau ermöglicht.
In diesem Behandlungszentrum sind kleine bis mittlere Operationen möglich, die keinen stationären Aufenthalt erfordern. „Auf die technisch hervorragende Ausstattung dieses Operationssaals sind sogar einige Krankenhäuser neidisch“, berichtete Hajo Frücht vom Förderkreis.
Zahlreiche der dort stattfindenden Operationen werden von Herrn Dr. Grunwald und Team durchgeführt. Durch diese regelmäßige Präsenz im Friedensdorf zeigt sich die Notwendigkeit von Anschaffungen, Verbrauchsgütern und der Erweiterung der technischen Ausstattung. Auch hierbei hilft der Förderkreis Kriegskinder mit den erhaltenen Spenden.
Nachdem die Kinder genesen sind, fliegen sie wieder in ihre Heimatländer zurück. Mit strahlenden Augen wusste der stellvertretende Vorsitzende Stefan Hoymann von einem Jungen zu berichten, der zu Beginn der Behandlung sich nur auf einem Rollbrett liegend fortbewegen konnte. Er kann inzwischen in seiner Heimat wieder mit Gehhilfen laufen.
„Durch die Operationen und die Nachbehandlung entstehen pro Jahr im Normalfall Kosten von etwa 30.000 Euro“, so Elmar Fischbach, der beim Förderkreis für die Finanzen zuständig ist. „Ich bin froh, dass wir mit unserer Spende die wichtige Arbeit des Förderkreises Kriegskinder unterstützen können“, freute sich Lionspräsident Lutz Reinhart-van Gülpen.
Wer sich mehr über die Arbeit des Förderkreises Kriegskinder e.V. informieren möchte, findet Informationen auf der Internetseite des Vereins www.foerderkreis-kriegskinder.de.




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