Mit Eigenleistung zum Erfolg: Wie Jugendliche ihren Jugendkeller umgestalteten
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Rees-Haldern. Nach 30 Jahren musste der St. Georg Jugendkeller im katholischen Jugendheim in Haldern dringend aufgehübscht werden. Was alles neu gemacht wurde.
Quelle: NRZ Online am 03.02.2026, Text: Dirk Kleinwegen

Den St. Georg Jugendkeller im katholischen Jugendheim gibt es schon seit weit über 30 Jahren. Dementsprechend veraltet ist auch die Einrichtung, die Räume sind renovierungsbedürftig. Die K.o.T.-Jugendarbeit (Kleine offene Tür) möchte nun mithilfe von Spenden und viel Eigenleistung den Keller komplett umgestalten.
Nachdem lange Zeit Spenden gesammelt worden waren, nahmen K.o.T.-Ansprechpartner Tim Jansen und rund 35 Jugendliche den Umbau in Angriff. Die Gruppe hat neue Böden verlegt und Malerarbeiten vorgenommen. Es wurden Schlitze gestemmt, neue Leitungen gezogen, und in Abkastungen wurden Lampen eingebaut.
Akustik verbessert
Allein mit dem Verlegen der Elektroleitungen waren Tim Jansen und zwei Jugendliche eine Woche lang beschäftigt. Der Anschluss der Elektroleitungen wurde jedoch einem Fachmann überlassen. Durch die Holzeinbauten an der Decke wurde auch die Akustik der Räume deutlich verbessert. Es wurde eine gebrauchte Küche gekauft und eingebaut, eine Theke gezimmert und ein Tisch mit Stühlen, gemütliche Sofas und Sessel, aufgestellt.

Nach drei Monaten und rund 1000 Arbeitsstunden wurde die erste Phase abgeschlossen. Die Jugendlichen wurden mit einem Helferfest belohnt.
Kinosessel und Dartautomat
In der zweiten Phase der Umgestaltung werden die Räume auf der rechten Seite in Angriff genommen. Neben der Werkstatt soll ein Raum mit Kicker und Dartautomat entstehen. Für einen weiteren Raum „zum Abhängen“ sollen mehrere Kinosessel, Hängesessel und eine Sportmatte zum Entspannen einladen. Um die weiteren Arbeiten zu unterstützen, würde sich das Team rund um Tim Jansen über weitere Spenden freuen. (Katholische Kirchengemeinde St. Georg Haldern, Volksbank Emmerich-Rees, DE65 3586 0245 5200 1470 59, Spendenzweck: „K.O.T.-Rücklage“)

Die Jugendgruppe erhält auch viel Unterstützung aus dem Ort. Zwei Malermeister, ein Fliesenleger und ein Elektriker, die vier heutigen Handwerker haben früher regelmäßig den Jugendkeller besucht, unterstützten mit Expertise, Arbeitskraft, Werkzeugen und Materialien. Die neue Platte für die Theke besteht aus Kastanienholz aus dem Halderner Wald und wurde von einem Schreiner zur Verfügung gestellt. Andere Einrichtungsgegenstände wie der Kickertisch wurden günstig bei eBay Kleinanzeigen gekauft. Die Theke, ein großer Spiegel und weitere Gegenstände stammen von der Auflösung von Hannas Plattenladen in Bocholt.
Großes Engagement
„Auch jetzt, nach drei Monaten Bautätigkeit, ist die Bereitschaft der Helfer noch groß“, berichtet Tim Jansen. „Ich bin überrascht, wie alle mitziehen. Heute noch haben wir hier zwei Schränke zusammengebaut und alles für das Helferfest vorbereitet.“ Er freut sich insbesondere über das große Engagement der älteren Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren. Das zeigte sich schon früher beim jährlichen Halderner Ferienspaß. Bei der zweiwöchigen Aktion in den Sommerferien werden seit über 30 Jahren immer rund 200 kleinere Kinder von zahlreichen jugendlichen Helfern betreut.
Kleine offene Tür
Das Jugendzentrum K.o.T. (Kleine offene Tür) hat von montags bis donnerstags von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Die rund 80 regelmäßigen Besucher zwischen 13 und 21 Jahren kommen zum Großteil aus Haldern, einige aber auch aus Rees, Millingen und Hamminkeln. Noch heißt es St. Georg Jugendkeller, aber demnächst soll der Keller einen neuen Namen erhalten.
Neben zwei Tanzgruppen können die Kinder ihre Zeit unter anderem mit Kickern, Darten, Billard oder gemeinsamen Brettspielen verbringen. Es wird auch schon mal in der Werkstatt ein kaputtes Fahrrad repariert oder gemeinsam eine Bewerbung geschrieben.
Die Betreuerhonorare der vergangenen zwei Jahre haben die Jugendlichen für den Umbau gespendet. Doch das reichte bei Weitem nicht aus. „Insgesamt kommt man hier auf rund 25.000 Euro für Einrichtung, Material und Arbeit durch Fremdfirmen. Ich habe das vor drei Jahren einmal durchgerechnet“, erläutert Jansen, „mit externen Firmen ohne Eigenleistung hätte das Ganze rund 70.000 Euro gekostet.“
Die Jugendlichen haben nach Abschluss der gesamten Arbeiten, das ist für Anfang März geplant, nicht nur einen schicken und funktionalen Jugendkeller, sie haben auch bei den Umbauarbeiten einiges gelernt. „Die Jugendlichen wissen jetzt, was ein braunes oder ein grün-gelbes Kabel ist und wie diese angeschlossen werden“, berichtet der Leiter der K.o.T. Auch wie richtig angestrichen und das passende Werkzeug verwendet wird, haben sie begriffen.
Spende des Lions Club Emmerich-Rees
Eine Spende des Lions Club Emmerich-Rees in Höhe von 8000 Euro hat Tim Jansen letztlich ermutigt, die Umbauarbeiten in Angriff zu nehmen. Im Rahmen des Helferfestes übergaben die Lions Lutz Reinhart-van Gülpen, Klaus-Jürgen Monz, Dr. Stefan Dahms und Dr. Marc Lückefahr den Spendenscheck und machten sich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten.
Der Lions Club stiftet das Geld, das unter anderem durch den Verkauf des Adventskalenders und den Herbstmarkt eingenommen wird, gerne neben überregionalen Themen für lokale Projekte wie die Bücherei Millingen, Kunststiftung PAN, den Emmericher Mittagstisch oder die Kita Hüthum.
Verein hat Jugendheim der Kirchengemeinde abgekauft
Weitere Unterstützung erhielt die K.o.T. durch die SL NaturEnergie Stiftung, von den Landfrauen, Karneval mit Herz, dem Kreis Kleve und auch einige Privatpersonen.
Um das katholische Jugendheim nach dem Bau des neuen Pfarrzentrums zu retten, hat der Verein Heimlich erfolgreich der Kirchengemeinde das Gebäude abgekauft, jetzt ist K.o.T. Mieter des Halderner Vereins.




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